Berichte vom Wandercoaching September 2014

1. Bericht zum Wandercoaching im September 2014

Wandercoaching auf dem Jakobsweg zwischen Meschede und Attendorn
Langsam gehe ich den schmalen Pfad hinunter, der von der Abtei Königsmünster zu dem Fachwerkhaus führt, das den Namen Arche trägt. Dort wird unsere Wandercoachinggruppe für zwei Tage untergebracht sein.
Viele Fragen gehen mir durch den Kopf: wie wird es auf dem Weg sein, mit den Coaches mit der Gruppe, was werde ich ansprechen?
Nach und nach trudeln die 6 Kollegen, darunter bekannte und neue Gesichter und die beiden Coaches ein. Nun heißt es erst einmal sich beim Abendessen in der “Oase” zu stärken und kennenzulernen.
Danach findet ein erster inhaltlicher Einstieg statt. Jeder Teilnehmer sucht sich ein Symbol aus der Natur, mit dem er sich vorstellt. Bald ist die Raum Mitte gefüllt mit in herbstlichen Farben leuchtenden Symbolen. Der Rote Faden, der durch die Tage führt, werden Heilungsgeschichten aus der Bibel sein. Den Auftakt bildet die Geschichte von Jakob und seinem Kampf am Jabbok.
Mit der Aufgabe unser Thema zu finden werden wir in die Nacht entlassen.

Bevor wir uns am nächsten Morgen auf den Weg machen, werden die Coaches zugelost. Das abgebrochene Streichholz in meinen Händen sagt mir, das Theo in den nächsten Tagen mein Coach sein wird. Danach treffen sich die Coaches einzeln mit den Gruppenmitgliedern, um das persönliche Thema der Tage zu formulieren.
Und nach einer QiGong Einheit geht es dann endlich auf den Weg durch das herbstliche Sauerland.
Langsam nehmen unsere Füße den Rhythmus des Weges auf, die Coaches beginnen mit ihren Gesprächen und Schweigen breitet sich in der Gruppe aus.
Die Worte der am Morgen gehörten Heilungsgeschichte der Heilung des Taubstummen, in der Jesus das Wort “Effata” spricht, hallen in mir nach.
Während sich die Landschaft immer mehr vor uns ausbreitet, weiten sich meine Gedanken in dem Gespräch mit meinem Coach. Räume öffnen sich, Worte finden ihren Weg, Vertrauen wächst. Manchmal hilft es einen Moment still zu werden und stehen zu bleiben.
So erreichen wir Reiste, unser Etappenziel. Mit dem Bus geht es zurück zum Kloster.
Abends heißt es die Erlebnisse des Tages vor Gott zu bringen, ihm zu danken und um seinen Segen für die Nacht zu bitten.

Am nächsten Morgen bedeutet es endgültig Abschied zu nehmen vom Kloster. Denn heute werden wir auf dem Weg in einer Pension übernachten.
Ein Linienbus bringt uns zum nächsten Ausgangspunkt. Dann gehen wir los.
Erneut heißt es für jeden sich persönlich einzulassen auf seinen ganz eigenen Weg,  Gedanken zu sortieren, zu hören und zu suchen. Auch der äußere Weg wird zum Spiegel für den inneren Weg. Denn öfter müssen wir auch da stehenbleiben, um uns zu orientieren und nach Wegweisern zu schauen. Nicht selten unterstützt uns der Blick auf die Wanderkarte. Wir brauchen Pausen, um wieder Kraft zu schöpfen, die Natur zu genießen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Und auch das Pilze sammeln kommt nicht zu kurz.
Schließlich erreichen wir unser nächstes Etappenziel, Altenvalbert. Herzlich werden wir von unseren Gastgebern begrüßt. Und nach dem Duschen steht schon der Kaffee bereit. Dann erwartet uns ein köstliches Abendessen. Es tut gut sich an den gedeckten Tisch zu setzen und sich zu stärken. Und langsam breitet sich wohlige Müdigkeit aus.
Zum Abendimpuls versammeln wir uns im Nebenraum um den Kamin. Die Seligpreisungen werden vorgetragen. Wir teilen uns mit und tauschen uns aus. Und wie sagte eine Teilnehmerin sehr treffend: “Irgendwie fühle ich mich im Moment wie selig.”
Nachdem wir diesen Tag zurück in Gottes Hände gelegt haben, lassen wir ihn noch gemütlich bei einem Bier oder einem Glas Wein ausklingen. Und für die, die noch Energie haben, steht ein Kicker bereit.

Am nächsten Morgen erwartet uns schon ein leckeres Frühstück, aber auch erste Regentropfen. Dennoch versammeln wir uns zum Impuls draußen unter einem Zeltdach. Bei einer Blitzlichtrunde stellen wir fest, dass viele unruhig geschlafen haben. Ein Zeichen dafür, dass vieles hochgekommen ist in diesen Tagen und verarbeitet wird. Wir hören die biblische Geschichte vom heidnischen Hauptmann , der Jesus bittet, seinen Knecht, der ihm lieb und wert ist, zu heilen. Jeder sucht nach dem Wort was ihn persönlich anspricht und teilt es dann der Runde mit.
Nachdem erste Blasen verklebt sind und der Regen nachgelassen hat, verabschieden wir uns von unseren freundlichen Gastgebern.
Ein letztes Mal  heißt es den Weg unter die Füße zu nehmen und mit dem Coach zu gucken, wo wir stehen, aber auch zu schauen, welche Schritte für die nächste Zeit sein können.
Und auch das Wetter bleibt uns, abgesehen von einem kurzen Schauer hold. Schließlich erreichen wir nach gut 20km die Burg Schnellenberg oberhalb von Attendorn und beschließen dort unseren Weg zu beenden.  Wir stärken uns bei Kaffee und Kuchen und feiern danach unseren Abschlussgottesdienst. Ein letztes Mal zusammen sein in mittlerweile vertrauter Runde und noch einmal zurückzuschauen um Gott zu danken.
Ein Taxi bringt uns zurück nach Meschede. Und aus dem Auto Fenster sehen wir die Orte an uns vorbeifliegen, an denen wir schon gestanden haben. So zieht der Weg noch einmal an unserem inneren Auge vorbei.
Dann heißt es Abschied zu nehmen von den Weggefährten.
Ich fahre beschenkt, berührt und mit vielen neuen Impulsen nach Hause. Und ich bin mir sicher, dass ich vieles aus diesen Tagen mit in den Alltag hinein nehmen kann.
Ebenfalls glaube ich, dass dies nicht mein letztes Wandercoaching gewesen ist…

Susanna Mirzaian

2. Bericht zum Wandercoaching im September 2014

Zum zweiten Mal nehme ich am Wandercoaching teil. Nach den Erfahrungen vom ersten Mal: Rückenschmerzen und Schneckentempo (Kommentar eines Teilnehmers: du gehst ja fast schon rückwärts) will ich mein Gepäck auf das Nötigste reduzieren .Schon beim Packen stellt sich also die bange Frage, was brauche ich wirklich und auf was kann ich verzichten? Schließlich reise ich mit ca. 5 Kilo Gepäck ab.
Bis zum Abendessen findet sich die neue Wandergruppe nach und nach in Meschede ein. In der ersten gemeinsamen Runde geht es nach der persönlichen Vorstellung und den allgemeinen Informationen auch um die Zuordnung zu den Coachs. Ich kann mit der mir schon vom ersten Coaching vertrauten Frau Mügge weiter arbeiten. Ein geistlicher Impuls schließt die Vorabendrunde ab.
Am nächsten Morgen legt jeder Teilnehmer in einem kurzen persönlichen Gespräch mit dem Coach sein Thema fest, das in der Zeit des Wandercoachings bearbeitet werden soll. Es ist hilfreich und entlastend sich im Gespräch auf einen wichtigen Kern zu fokussieren.
Die kommenden Tage folgen einem stetigen Rhythmus. Morgenimpuls nach dem Frühstück, Coachingtime während der Wanderung, Abschlussrunde nach dem Abendessen.
Drei Tage lang erwandern wir nun das schöne Sauerland. An mancher Wegstrecke werden die friedvollen Ausblicke in die Landschaft vom ewigen Verkehrslärm der Hauptverkehrsstraßen untermalt. Der Weg führt uns durch Felder und Wälder und folgt den Tälern oft auch als Höhenweg, den man in kurzen steilen Anstiegen erklimmt.
Nach und nach passen sich Schrittlänge, Herzschlag und Atmung einander an. Ich finde meinen ganz eigenen Rhythmus, gut unterstützt von dem Schweigen während der Wanderung. Die Gedanken fließen und der wohlüberlegt gepackte Rucksack bewahrt mich davor, allzu oft nur an das Etappenziel zu denken.

Nun kann das Wandercoaching seine ihm eigene Dynamik entfalten. Das  einstündige Coaching während des Gehens bietet ausreichend Zeit sich dem eigenen Thema in Ruhe zu widmen. Festgefahrenes löst sich, anregenden Fragen und die Vermittlung von hilfreichen Techniken (zum Beispiel zum Thema Zeitmanagement) eröffnen neue Perspektiven.
Ich empfinde es als besonders wohltuend, während des Gespräches in Bewegung zu sein, die Natur zu erleben, den Körper zu spüren.

Am Nachmittag des dritten Tages erreichen wir unser Ziel in der Nähe von Attendorn.
Eine persönliche Reflexion und ein gemeinsamer Gottesdienst beschließen das Coaching. Anschließend wird die Gruppe zurück nach Meschede zum Ausgangspunkt der Wanderung durch das Sauerland gebracht. Der Kreis schließt sich.

Mein Fazit: Ich freue mich auf die nächste Gelegenheit zum Wandercoaching!

Dann werde ich vorher intensiv über meine Wanderschuhe und die Anschaffung von Blasenpflaster nachdenken.

Martina Deißler

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