Jürgen Pelzer

Herr Pelzer, Sie sind seit 2008 bei weiterbildung live  aktiv. Was sind Ihre Kompetenzen?
Von Hause aus bin ich Diplomtheologe und bringe eine analytische Sichtweise auf Probleme mit. Mich reizt es, Sachverhalte zu analysieren und dann Maßnahmen abzuleiten, die zu einem besseren Zustand führen. Von daher reizt mich besonders die Arbeit in und mit den Social Media und dem Internet. Aber nicht nur in Beratungen, sondern auch in Moderationstrainings, Leitungskursen kann ich meine Kompetenzen zum Nutzen der Teilnehmenden einbringen. Mein Motto: “Ich finde die Lösung”. Zugute kommt mir dabei der vielfältige berufliche Weg, der mich über Rundfunk, Fernsehen bis in die Wirtschaft und die Wissenschaft geführt hat.

Was motiviert Sie für Ihre Arbeit?
Erfolg. Ich höre öfters den Spruch “Erfog ist keiner der Namen Gottes” – Dabei denke ich immer, dass es doch irgendwie nicht sein kann, dass Gott Misserfolg will? Jedenfalls motiviert es mich, mit einer Gruppe in einem Kurs oder in einer Beratungssituation am Ende einen entscheidenden Schritt weiter zu sein. Dieser Schritt ist dann erfolgreich, wenn es gelingt, dass jede/r sich mit ihren und seinen besonderen Talenten für die jeweilige Aufgabe einbringen kann. Das ist Erfolg. Wenn es dann dazu dient, einem guten Zweck zu dienen, sage ich mir: Auf zur nächsten Aufgabe!

Wie reizt Sie persönlich an der Arbeit bei weiterbildung live?
Wir sind ein sehr heterogenes Team, in dem es auch durchaus zu Konflikten kommt. Dennoch verbindet uns unsere Selbstverpflichtung zu höchster didaktischer und inhaltlicher Qualität und eine gemeinsame Basis als Team. Von daher hat mich bisher immer am meisten beeindruckt wie wir als Team auch schwere Krisen gemeistert haben. Was wir kaum haben, sind Konkurrenzsituationen. In vielen Unternehmen bekomme ich mit, dass durch zunehmenden Rationalisierungsdruck auch die Mitarbeiter untereinander gegenseitig vorsichtiger werden.

Die wichtigsten Grundsätze für Seminare und Beratungen sind für Sie?
… diesselben, die unsere Philosophie beschreibt. Comenius ist für mich ein Vorbild in den Kursen: “Sage es mir und ich vergesse es, Zeig es mir und ich sehe es, lass es mich machen und ich behalte es”.  Am Ende steht für mich immer der Grundsatz: Das Unternehmen, die Seminargruppe muss zufrieden sein – und diese Zufriedenheit muss messbar sein in einem Erfolg, in einem Schritt – nicht nur ein Gefühl. Von daher ist einer der wichtigsten Grundsätze für mich das Nachgespräch mit dem Auftraggeber.

Angenommen es gäbe einen allgemeinen Grundsatz für erfolgreiche Kurse und Beratungen – wie sähe der aus Ihrer Sicht aus?
Das Pareto Prizip: Was sind die 20% die geändert werden müssen um 80% der Probleme zu lösen – oder etwas banaler ausgedrückt: Was ist der springende Punkt bei dem aktuellen Problem, bei der aktuellen Herausforderung, an der wir arbeiten.

Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema Internet, vor allem dem Social Web – ist das nicht alles nur ein Hype, der wieder vergeht?
Spannend ist zu sehen, wie die letzten Studien, die auf Grundlage der Sinus Studien den Internermarkt analysiert haben, die Zukunft zeichenen (DIVSI Studie 2012): Es gibt drei Lager in Deutschland: Die digital Nativen, die digitalen Immigranten und die Outsider. Diese sind auch zahlenmäßig ungefähr gleich groß. D.h. es handelt sich nicht um einen Hype, es ist schon ein sehr nachhaltiges Phänomen – andererseits wird es aber nicht wie eine Revolution die Gesellschaft kurzfristig verändern. Spannend ist, wie sich nach und nach viele Bereiche der Arbeitswelt (Cloudcomputing, Networking etc.) und der Gesellschaft verändern. Sie werden digital formatiert. Genau hier ist mein Kernberatungsfeld.

Welche Entwicklungen beobachten Sie aktuell am Markt?
Im Bereich der Pastoral der Einsatz von Social Media, vor allem dersozialen Netzwerke. Auf strategischer Ebene Cloudcomputing und immer mehr virtual Teamleading. Durch immer größere Verwaltungseinheiten in den Bistümern wird der Einsatz von effktiven Kooperationstools auf Cloud-Computing-Basis immer wichtiger. Gleichzeitg steigt auch der Einsatz von Videokonferenzen und virtueller Teamführung – da treffen sich dann die Bereiche Leitungstraining und Social Media, die wir bei w-live anbieten. Diese Schnittmenge, dass immer mehr althergebrachte Aufgaben digital angereichert (Enrichment) werden, ist eine der großen Aufgaben in Zukunft, denke ich.

Was waren Ihre persönlichen Highlights der letzten Zeit als Trainer und Berater ?
Wiederkehrende Besucher. Dies ist für mich das größte Zeichen, dass unser Beratungs- und Trainingskonzept, das auf Partnerschaft beruht, funktioniert. Da wir sehr viel Wert auf den Austausch der Teilnehmenden untereinander legen, ist für mich jeder Kurs ein Highlight, weil er nie gleich ist. Zwar ähneln sich manche Erfahrungen, aber jeder Kurs ist so individuell wie die Teilnehmenden. Dank der weiterbildung live Didaktik und Methodik kommt diese zum Tragen. Mein ganz persönliches Highlight war ein Kurs zu Social Media im hohen Norden, wo einer der Teilnehmer bereits am Mittag kam und mir sagte: “Für mich war das jezt schon der erfahrungsreicheste Kurs der vergangenen Jahre”. Dabei hatten wir bis dahin erst die Einstiegsphase gemacht.

Welche Ziel wollen Sie mit w-live in der nächsten Zeit verfolgen?
Wir wollen wieder mehr direkte Seminare für Endverbraucher anbieten. Ich möchte im Sinne der platonischen Akademie mit meinen Kollegen zusammen die w-live academy gründen, in der wir unsere Didaktik vermitteln und inhaltliche Kurse anbieten, die das Ideal der platonischen Akademie wieder aufgreifen.

Angenommen eine Fee würde Ihnen einen Wunsch ermöglichen in Bezug auf Ihre Arbeit, welcher wäre das?
Meine Angewohnheit, Stifte, Kulis und alles was sich nicht wehrt in den Mund zu nehmen, endlich ablegen zu können.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Wo lädt Jürgen Pelzer seinen Akku wieder auf?
Im Garten. Ich liebe es Landschaften zu gestalten und mit Erde und Pflanzen und Steinen zu arbeiten. Aktuell arbeite ich an meinem zweiten größeren Bachlauf. Ich liebe das Abspannen bei uns auf dem Land in der Fränkischen Alb.

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