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1.7 Berufung jeden Tag

Ich habe meinen Lebensauftrag erkannt. Ein Gefühl der Stimmigkeit trägt mich. Ich erlebe meinen Berufsauftrag als faszinierend. Aber mein Alltag ist voll von Verpflichtungen, Schularbeiten und häusliche Arbeiten, die Emails alle beantworten, Anfragen nachkommen, Aufträge reinholen, Kunden zufrieden stellen, Leuten helfen, die mich um etwas bitten, die Steuererklärung abgeben. Es scheint, wir müssen uns eine Auszeit nehmen. Oder wenn alles getan ist und wir den Laptop ausgeschaltet haben, dann, wenn niemand mehr etwas von uns wollen kann, erst dann bin ich selbst dran.
Aber wenn ich so lange warte, dann habe ich meist ein schlechtes Gefühl. Irgendwie ist der Tag mit vielen Kleinigkeiten an mir vorbei gerauscht. Ich sitze unzufrieden im Sessel und nur der Fernseher scheint mich aus dieser Unzufriedenheit rausholen zu können. Ich spüre auch, dass mir die Kraft fehlt, noch einmal das anzupacken, wofür ich eigentlich auf der Welt bin.
Es geht um die Indikatoren Freude, innere Ruhe und Zufriedenheit. Wenn sie mich nicht begleiten, dann stimmt etwas nicht. Was sich meist am Abend zeigt: Wenn ich noch etwas brauche, was mir der Tag nicht gegeben hat, dann sollte ich nicht bis zum Abend warten, um mir das vom Fernsehen oder einer anderen Instanz zu erwarten und liefern zu lassen, sondern mir meinen Tag ansehen. Es wird mir dann deutlicher: Wenn ich nicht das verfolgt habe, was mein innerer Auftrag ist, sondern nur Aufträge von anderen ausgeführt habe, dann kann kein gutes Gefühl herauskommen.
Damit mein Lebensauftrag mich formt, darf er nicht in Nebenzeiten vorkommen. Jeder Tag muss von ihm geformt werden, damit ich in meinem Personkern wachse. Auch braucht mein Lebensauftrag meine Kraft. Wenn meine besten Kräfte in andere als mein Lebensprojekt fließen, dann kann aus dem Projekt nichts werden. Der Lebensauftrag muss jeden Tag mein Leben bestimmen. 

Wenn ich auf die letzten Tage zurückblicke:
Wie war mein Gefühl abends?
Konnte ich zufrieden auf den Tag schauen?
An welchen Tagen musste ich mir noch etwas gönnen, um mir noch etwas Befriedigendes zu holen?