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Paulus und die „Milieus“ seiner Zeit

Paulus trägt seine Botschaft, das Evangelium von Jesus, dem Christus, in die verschiedenen Kontext seiner damaligen Zeit. Ihm ist es zu verdanken, dass das Christentum in die Lebenswelten anderer Völker, Schichten und Kulturen eingepflanzt wurde.
Griechen und Nichtgriechen, Gebildeten und Ungebildeten bin ich verpflichtet (Röm 1,14).

Paulus begibt sich auf seinen Reisen in die unterschiedlichen Lebenswelten, er predigt gleichermaßen vor Sklaven und Freien, vor Juden und Heiden, vor den einfachen Leuten in Korinth (1 Kor 1,26-29) bis zu den Philosophen in Athen (Apg 17).
Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe, einer unter dem Gesetz geworden, um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen.
Den Gesetzlosen war ich sozusagen ein Gesetzloser - nicht als ein Gesetzloser vor Gott, sondern gebunden an das Gesetz Christi -, um die Gesetzlosen zu gewinnen.
Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen (1 Kor 9, 20-22).

Er knüpft in seinen Reden an die unterschiedliche Bildung, Kultur und Situation der Zielgruppen an.
Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sagte: Athener, nach allem, was ich sehe, seid ihr besonders fromme Menschen. Denn als ich umherging und mir eure Heiligtümer ansah, fand ich auch einen Altar mit der Aufschrift: EINEM UNBEKANNTEN GOTT. Was ihr verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch. (Apg 17, 22)

Paulus trägt das Christentum auch aus dem dörflichen Raum in die Großstädte, sprengt geistige und räumliche Grenzen.

Seine wichtigste Errungenschaft war die Öffnung des Christentums auch für „Heiden“, d.h. auch solche Menschen konnten Christen werden, die nicht vorher Juden waren oder Juden wurden. Sie konnten Christen werden, ohne dass sie die Forderungen des jüdischen Gesetzes erfüllen mussten.

Eckhard Bieger