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Der Spannungsbogen der Eingangsphase

Um das gegenseitige Kennenlernen und die Bereitschaft zu Kleingruppenarbeit und Rollenspielen zu ermöglichen, gilt ein wichtiges Prinzip: Die Gruppenstruktur baut sich nicht über das Plenum, sondern über wechselnde Kleingruppen auf. Deshalb sollte jeder in der Eingangsphase in mindestens zwei Kleingruppen jeweils zwei andere Kursteilnehmer kennengelernt haben.

Im ersten Schritt wird bei längeren oder mehrteiligen Seminaren noch kein Thema vorgegeben, sondern die Teilnehmer erzählen einander, wo sie gerade herkommen. Sie können so leichter die anderen kennenlernen und werden nicht daraufhin abgeschätzt, welche Kompetenzen sie mitbringen oder welchen beruflichen Status sie erreicht haben. Wichtig ist, dass jeder in der ersten Plenumsrunde etwas sagt. Wer in dieser ersten Runde nichts sagt, wird sich während des ganzen Kurses zurückhalten und wahrscheinlich nie etwas im Plenum sagen. Damit sich jeder traut, im Plenum etwas über sich zu sagen, sollte dem Plenum eine Kleingruppenphase vorgeschaltet werden. Hierspricht es sich leichter und jeder kann an den Reaktionen der anderen abschätzen, was er, was sie sagen kann, damit die anderen wohlwollend zuhören. Wenn das Thema so gewählt ist, dass jeder etwas sagenkann, gelingt die erste Plenumsrunde leichter. Solche Themen sind z.B. „Wie habe ich die letzten Tage erlebt?“, Da redet jeder über sich und das eigene Erleben kann von anderen nicht infrage gestellt werden.

Im nächsten Schritt folgt eine erste Annäherung an das Thema: Im Erfahrungsaustausch zur Thematik des Kurses. Hier wird die Basis für viele gute Gespräche gelegt, denn die Teilnehmenden erfahren von anderen, wie deren Praxis aussieht, welche Probleme sich stellen. Es wird auch deutlich, welche Kompetenzen die anderen mitbringen. Die anderen werden so nicht nur menschlich, sondern auch fachlich interessant.

Wenn die Teilnehmer in einem dritten Schritt ihre Lernwünsche einbringen können, fließt die Motivation, die die einzelnen in den Kurs geführt hat, in die Lerngruppe ein.

Der Kontrakt bindet die Elemente der Eingangsphase zusammen. Wenn der Referent die Vorgehensweise bei Lernschwierigkeiten und Konflikten im Kontrakt berücksichtigt, können die Teilnehmer sich mehr auf den Gruppen- wie den Lernprozess einlassen, denn sie haben eine anfängliche Sicherheit, dass mit dem Referenten auch schwierigere Phasen gemeistert werden.