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Die Zeitbuget steuern

Die begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Veranstalter und die begrenzten Zeitressourcen, die Teilnehmer für ihre Weiterbildung frei machen können, haben zur Konsequenz, dass Zeit immer ein knappes Gut ist. Aus der Sicht des Referenten müsste auch immer mehr Lernstoff umgesetzt werden, als Zeit zur Verfügung steht. Da man bei der teilnehmerorientierten Weiterbildung nicht einfach noch mehr Stoff in den Vortrag packen, sondern nur das vermitteln kann, was die Teilnehmer sich auch tatsächlich aneignen können, kann man eben nur das in die Lernzeit „packen“, was die Teilnehmer auch verarbeiten und sich aneignen können. 
Für die teilnehmerorientierte Weiterbildung ist es daher wichtig, dass schon in der Erwartungsabklärung möglichst nur so viele Lernwünsche angemeldet werden, wie auch in der zur Verfügung stehenden Zeit bearbeitet werden können. Folgende Stellgrößen stehen der Leitung zur Verfügung:

1.  Frage für den ersten Erfahrungsaustausch
Der Erfahrungsaustausch in der Eingangsphase macht den Teilnehmern nicht nur bewusst, was sie schon zum Thema wissen bzw. können. Er dient auch nicht nur dem gegenseitigen Interesse, dass jeder feststellen kann, wie viel Kompetenz bei den anderen Kursteilnehmern zu finden ist, sondern im Gespräch der Teilnehmer untereinander bilden sich erst die konkreten Lernwünsche heraus. Je zielgerichteter die Frage für den Erfahrungsaustausch auf die Thematik des Kurses hin formuliert ist, desto mehr lassen sich die später geäußerten Lernwünsche in das Seminarprogramm integrieren. Der Effekt ist also, dass der Erfahrungsaustausch meist erst bewusst macht, was der einzelne lernen will. Wird also der Erfahrungsaustausch thematisch enger angelegt, werden bei der Erwartungsabklärung in der Regel nur Lernwünsche aus dem Themenspektrum des Erfahrungsaustausches genannt.  Im Hinblick auf das Zeitbudget kommt es nur darauf an, das Thema des Erfahrungsaustausch so eng zu formulieren, dass die Lernwünsche in der zur Verfügung stehenden Zeit bearbeitet werden können.

2. Kleingruppenarbeit
Kleingruppenarbeit ist nicht nur effektiver, sondern auch zeitsparender als Plenumsphasen. Das ist darin begründet, dass zu einer Frage nur soviel Wortmeldungen möglich sind, wie die Kleingruppe Mitglieder hat. Weiter kommt der einzelne in der Kleingruppe schneller zu einem Ergebnis in Form einer klaren Fragestellung, einer Einsicht. Das verkürzt nachfolgend die Beiträge der einzelnen im Plenum.

3.  Größe und Zeit für die Arbeit in der Kleingruppe
Kleingruppen mit drei Mitgliedern sind schneller fertig als solche mit vier. Auch wenn das Einsammeln der Gruppenergebnisse im Plenum von der Zahl der Kleingruppen abhängig ist, ist es zeitsparender, die Gruppen kleiner zu halten als mit weniger, aber dafür größeren Kleingruppen zu arbeiten.Kleingruppen sollten nicht mehr als 20 Minuten Zeit für die Bearbeitung einer Aufgabe haben. Nur selten sind einmal 30 Minuten gerechtfertig. Bei mehr als 30 Minuten sollte die Aufgabenstellung unterteilt werden, denn zweimal 15 Minuten sind so effektiv wie einmal 40 Minuten.

4.  Begrenzung der Aufgabenstellung und des Materials
Vergleichbar dem Punkt 1, in dem es um die Breite der Themenstellung geht, steuert der Referent das Zeitbudget auch durch die Eingrenzung der Aufgabenstellung. Es ist zeitsparender, Lern- wie auch Trainingsinhalte in kleine Schritte zu unterteilen.Oft ist auch die Materialfülle ein Zeitfresser. Ob es um Fotos, die Länge von Filmen, die Zahl der Seiten eines Textes u.a. geht, meist ist für den Lernerfolg „weniger“ auch hilfreicher. Mehr als zwei Seiten Text sind meistens zu viel.