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Vom Unübersichtlichen zur einfachen Aussage Die Regel „vom Offenen zum Geschlossenen“ gilt auch für die Abfolge der Arbeitsschritte. Legt die Kursleitung das Programm in Richtung zum Geschlossenen an, ermöglicht sie den Teilnehmern, das Lernergebnis Schritt für Schritt aufzubauen. Das bedeutet für die Kursleitung, dass sie bei dem Wissen und den Vorkenntnissen der Teilnehmer ansetzt und nicht bei dem eignen Wissen. Das eigene Wissen, was sich die Kursleitung erarbeitet hat, fließt in die Strukturierung des Vorwissens der Teilnehmer ein. Weiter ergänzt die Kursleitung das Vorwissen der Teilnehmer durch das, was diesen noch nicht bekannt ist. Die Wissenskompetenz der Kursleitung zeigt sich nicht in Vorträgen, sondern in der Fähigkeit, Wissensinhalte in eine Struktur zu bringen. Das ist lernpsychologisch auch erfolgreicher, denn neue Wissensinhalte können Teilnehmer viel besser behalten und dann auch einsetzten, wenn sie nicht einzelne Bestandteile nebeneinander behalten sollen, sondern diese in eine Struktur einbauen können. Auch können sie mithilfe einer Struktur neue Inhalte an ihren Wissensbestand sehr viel besser andocken. Für die Arbeitsschritte sollte die Regel „vom Offenen zum Geschlossenen“ möglichst durchgehend beachtet werden. Die jeweils offenere Übung, das offenere Medium geht dem mehr Geschlossenen voraus. Offen sind z.B. die Fotosprache und der Erfahrungsaustausch. Weniger offen, aber noch nicht geschlossen sind die Lexikonmethode und ein zweiter Erfahrungsaustausch, der eine engere Fragestellung zum Thema hat, die sich aus einem ersten Erfahrungsaustausch ergeben hat. Geschlossen sind Texte, die z.B. in Kleingruppen bearbeitet werden. Am geschlossensten ist ein Gesetzestext oder ein Glaubensbekenntnis sowie eine Regel für die Lebensführung, z.B. zwischen zwei Mahlzeiten sollten 4 Stunden liegen. Auch die verschiedenen Verfahren der Gesprächsführung gehen vom Offenen zum Geschlossenen. Deutlich ist das an einem Entscheidungsprozess. Wenn das Problem formuliert ist, sucht das Team, das Gremium Lösungsideen. Hier gelten die Regeln des Brainstorming: Alle Ideen sind willkommen, sie werden nicht diskutiert. Das geschieht im dritten Schritt, wenn das Pro und Contra der einzelnen Lösungsideen abgewogen wird. Am Ende steht eine Entscheidung, d.h. aus der Vielzahl der Lösungsideen wird eine ausgewählt. Im Erfahrungsaustausch werden in der ersten Runde alle Erfahrungen von der Leitung verbalisiert. In der Zusammenfassung erhalten die Erfahrungen eine Struktur, d.h. die Stoffmenge wird auf die wenigen Themen reduziert, die sich aus den Einzelbeiträgen herausfiltern lassen. Auch die Eingangsphase ist nach der Regel aufgebaut. Sie beginnt mit den Zustandsbeschreibungen der gerade eingetroffen Teilnehmer. Hier gibt es keine Vorgabe, was der einzelne mitteilen kann und was nicht. Das entscheidet jeder Teilnehmer für sich selbst. Im Erfahrungsaustausch wird dann auf das Thema des Kurses gelenkt. Das Thema ist eingegrenzt, aber der Erfahrungsaustausch ist deshalb offen, weil die Teilnehmer ihre Erfahrungen und ihre Kenntnisse einbringen. Bei der Erhebung der Lernwünsche müssen die Teilnehmer die Fragestellungen auswählen, die sie bis zum Ende des Kurses bearbeitet haben wollen. Sie müssen sich mehr als im Erfahrungsaustausch festlegen Das Ganze läuft auf den Kontrakt hin, in dem die Lernwünsche aufgenommen werden, die realistisch bearbeitet werden können, sowie die Rahmenbedingungen formuliert werden, die für einen erfolgreichen Lernprozess notwendig sind. |
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