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Individualphase, Kleingruppe, Plenum 

Geht man davon aus, dass Lernen eine Aktivität der Lernenden und weniger der Kursleitung ist, kommt es für den Lernerfolg darauf an, dass möglichst viel Lernenergie freigesetzt wird. Dafür ist das Plenum denkbar ungeeignet, denn hier sind nur die Leitung und einzelne aktiv. Es wäre dann eigentlich die Einzelarbeit die lernaktivste Form, weil in dieser Arbeitsform jeder aktiv sein muss. Denn wenn jeder für sich arbeitet, ist auch jeder aktiv. Jedoch bräuchte es dann keine Kurse. Alleine lernen kann jeder auch zu Hause oder am Internet. Der Kurs ist deshalb lerneffektiver, weil Energien zusammenfließen. Die Kleingruppe bietet hier die beste Lösung. Sie kann aus drei, vier, maximal fünf Personen bestehen, denn ab sechs Mitgliedern braucht es eine Leitung. Erfahrungen zeigen übereinstimmend, dass bei Kursauswertungen jedes Mal rückgemeldet wird, dass die Kleingruppe für das effektive Lernen die beste Form ist. Kleingruppenarbeit kann durch eine vorauslaufende Individualphase effektiver gestaltet werden.

Individualphase
In Meditationskursen und in der ÞEinstiegsphase kann es sinnvoll sein, der Kleingruppe eine Individualphase vorzuschalten. Bei der Fotosprache ist das bei der Auswahl eines Motivs so vorgesehen. Die Individualphase ist immer dann produktiv, wenn die Teilnehmenden sich mit etwas Persönlichem beschäftigen. Bei Arbeitsaufträgen ist eine Individualphase seltener sinnvoll.

Reihenfolge:
Es muss immer die Reihenfolge einehalten werden:

Individualphase Þ Kleingruppe Þ Plenum

Beginnt man die Bearbeitung eines Themas im Plenum, damit die Teilnehmer schon einmal „ins Thema reinkommen“ und schickt die Teilnehmer dann in die Kleingruppe, werden sie nicht gehen wollen. Das ist psychologisch erklärbar, denn die meisten Menschen wollen eine angefangene Aufgabe abschließen, ehe sie in eine andere Arbeitsform wechseln. Ähnlich wenn ein Film gezeigt und dieser besprochen werden soll. Wird aus Sorge, dass die Kleingruppen nicht zu guten Ergebnissen kommen, der Film im Plenum andiskutiert und die Teilnehmer dann in die Kleingruppe geschickt, werden diese nicht weiter arbeiten, sondern einen Kaffee trinken gehen.

Für die Kursleitung ist wichtig: Kleingruppenarbeit setzt die meisten Lernenergien frei. Es gibt jedoch Arbeitseinheiten, in denen von der Individualphase direkt in die Kleingruppenphase übergleitet wird.

Individualphase Þ Plenum
Es ist möglich, von der Individualphase direkt ins Plenum zu gehen. Das kann z.B. mit der Metaplantechnik umgesetzt werden. Die einzelnen sammeln Themen, Ideen oder in der Eingangsphase Lernwünsche. Wenn jeder seine Themen, Ideen, Lernwünsche aufgeschrieben hat, folgt keine Kleingruppenarbeit, sondern gleich das Plenum. Der Schritt von der Individualphase ins Plenum ist jedoch nicht so lerneffektiv wie Kleingruppenarbeit.

Kleingruppe Þ Plenum
Wenn von den einzelnen kein persönlicher Beitrag gefordert ist, kann direkt mit der Kleingruppe begonnen werden.

Hinweise:
-       Je kleiner die Gruppengröße, desto schneller kommt eine Gruppe
     zu Ergebnissen.

-       Kleingruppe und Plenum kommen schneller zu Ergebnissen
     als das Plenum allein.

-       Je enger die Aufgabenstellung, desto kürzer die Zeit für die    
     Kleingruppenarbeit.

-       Kleingruppen sollten nicht länger als 20 Minuten arbeiten, dann
     sollten die Ergebnisse im Plenum zusammengeführt werden.
     Mehr als 45 Minuten sollte keine Kleingruppe arbeiten, denn
     sonst bilden sich Cliquen. Es ist lernintensiver, eine Aufgabe 
     zu unterteilen als den Kleingruppen mehr Zeit zu geben.

-       Braucht eine Kleingruppe für eine Aufgabe länger als 30
     Minuten, die Aufgabe unterteilen eine Zwischenauswertung
     im Plenum ansetzen und dann die zweite Kleingruppenphase
     anschließen. Das spart Zeit.

-       Je mehr Material den Kleingruppen zur Verfügung gestellt wird,
     desto mehr Zeit brauchen diese.

-       Trainingsgruppen können länger für sich arbeiten. Es ist aber
     wichtig, dass nach Abschluss einer Trainingsphase sich
     Teilnehmer der zwei bzw. drei Unterplenen zu Beginn des
     Plenums zusammensetzen und sich erzählen, wie die
     Trainings gelaufen sind. Dann entsteht wieder das Gefühl für
     die gesamte Kursgruppe. Nach einem Plenum müssen
     die Kleingruppen neu zusammengesetzt werden, sonst
     zerfällt der Kurs in Untergruppen, die zu Cliquen werden.

Kleingruppen bilden
1.    Wenn es unterschiedliche Aufgaben für die Kleingruppen gibt,
      z.B. bei der Lexikonmethode, den jeweiligen Auftrag auf so
      viele kleine Zettel schreiben, wie die Kleingruppe groß sein
      soll. Dann müssen die Gruppen nicht von der Leitung eingeteilt
      werden, sondern jeder wählt sich durch Auswahl eines Zettels
      selbst die Gruppe. Es wird so auch vermieden, dass sich für
      eine der Aufgaben keine Kleingruppe findet.

2.    Nach der Puzzelmethode kann man Bilder, Postkarten
     auseinanderschneiden. Jeder zieht aus einem Hut ein
     Puzzelteil und ucht sich so seine Kleingruppe.

3.    Man kann einfach abzählen lassen. Die Zahl, bis zu der
     gezählt wird, bestimmt sich durch die Zahl der Kleingruppen,
     die sich bilden sollen. Das ist für Unterplenen in Trainings und bei
     Aufgaben, die für alle Kleingruppen gleich sind, die einfachste
     Methode.